Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer, sein musikalisches Lebenswerk / eine Chronik von Urs Marti
Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer, sein musikalisches Lebenswerk dokumentiert von Urs Marti in Form einer Chronik
Urs Marti ist ein Schweizer Autor und Musikforscher, der sich seit rund 50 Jahren intensiv mit dem slowenischen Musiker und Komponist Slavko Avsenik und seiner Gruppe Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer beschäftigt. Er verfasste bereits mehrere bedeutende Publikationen über das musikalische Werk der Avsenik-Brüder, darunter:
- 50 Jahre Avsenik-Musik (Verlag Avsenik, Begunje, 2003, ISBN 961-90656-4-6)
- 50 let Avsenikove glasbe (Verlag Avsenik, Begunje, 2003)
- Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer. Das Nachschlagewerk für Sammler (ISBN 978-3-033-01115-1)
Diese Werke sind wichtige Quellen zur Geschichte und Entwicklung des Oberkrainer-Sounds, der von Slavko Avsenik und seinem Bruder Vilko Ovsenik in den 1950er Jahren geprägt respektive erfunden wurde.
Kurzinterview von Rolf Bolliger mit dem Autor:
«Wie kam es dazu, dass du – als Schweizer – über die Original Oberkrainer ein Buch schreibst?»
Ich hatte das Glück, Brigita und Slavko Avsenik im Jahr 1997 in meinen Ferien in Begunje persönlich kennen zulernen. Als ich Slavko 1998 meine Sammlung in vielen, vielen Bundesordner (damals gab es eben noch nichts Offizielles von mir), schüttelte er anerkennend und beeindruckt nur den Kopf und sagte: "Das kann nur ein Schweizer! Mach dann etwas Offizielles daraus, wenn ich gestorben bin" nun ja, Brigita wollte nicht so lange warten.
Im Hinblick auf das anstehende 50 Jahre Jubiläum der Oberkrainer-Musik im Jahr 2003 fragte mich Brigita Ende 2001 überraschend, ob ich «etwas» für diesen Jubiläumsanlass schreiben könnte. Ich muss schon sagen, dass ich mich da ein wenig «gebauchpinselt» gefühlt habe und so sagte ich spontan zu. Es stellte sich mir nur die Frage, was dieses «etwas» sein könnte. Dazu hatte Brigita selber keine konkreten Vorstellungen. Bei meinen vielen Ferienaufenthalten in Begunje traf ich im Avsenik-Verkaufsshop oft die Situation an, dass sich deutschsprachige Fans erkundigten, auf welchem (slowenischen) Tonträger eine von ihnen gesuchte Komposition aufgespielt sei. Dabei kannten sie nur den deutschen Titel. Diese Fragen konnte das Verkaufspersonal äusserst selten beantworten, weil dannzumal kein Verzeichnis der Kompositionen in deutscher und slowenischer Sprache existierte. Hier setzte ich mit meinen Überlegungen für das neue Dokument an. Was relativ einfach tönt, war letztlich eine Herkules- resp. eine richtige Detektivarbeit.
«Hast du wirklich alles selber gemacht? Die vorliegende Chronik erweckt den Eindruck, dass du hier einen grossen, ja einen sehr grossen Aufwand betrieben hast?»
Ja tatsächlich, da steckt ein immenser Aufwand drinnen. Aber die Avsenik-Musik ist meine Leidenschaft, da zählt man die Stunden nicht. Wenn ich etwas abkläre, suche oder recherchiere, vergesse ich die Zeit. Auch lasse ich nicht locker. Ich versucht immer alles korrekt zu erfassen oder dann zu korrigieren, ergänzen, wenn ich wieder auf etwas Neues gestossen bin. Als kleines Beispiel kann ich erwähnen, dass in Sammlerkreisen lange vermutet wurde, dass von den Oberkrainern auch englisch gesungene Titel existieren. Letztlich stiessen wir auf deren vier. Wer waren die Texter?, so die nächste Frage. Diese Frage konnten wir erst letztes Jahr beantworten. Mit «wir» meine ich, dass ich all die Jahre auf die wertvolle Unterstützung von mehreren Sammlerfreaks in halb Europa zählen durfte und darf, insbesondere auf die von Johann Scheiber aus Österreich, aber auch der Slowene Simon Golobič half – nebst weiteren Personen .
«Gibt es einen Zusammenhang (roten Faden) in deinen Büchern?»
Ja, es ist immer eine Weiterentwicklung des Bisherigen. Angefangen habe ich - wie bereits erwähnt - 2003 mit den Kompositionen in beiden Sprachen und einer Aufzählung der verschiedenen Tonträger. Das Dokument umfasste damals rund 120 Seiten. Zwischenzeitlich sind es doppelt so viele und die Tonträger sind beispielsweise nun alle mit Cover-Bilder aufgeführt. So sollte es für den Leser deutlicher ansprechender sein. Als neuestes Kapitel habe ich in den letzten 2 Jahren eine 20seitige Einführung über die Hauptprotagonisten (Musiker, Texter, SängerInnen, Entdecker) erstellt. Dabei halfen mir auch die Erinnerungen aus den vielen Gesprächen mit den Direktbetroffenen in Slowenien.
«Im Buch sind so viele Tonträger, Auszeichnungen usw. der Avseniks aufgeführt: Hast du das alles selber auch in deiner Sammlung?»
Mein Büro zu Hause ist gross und es stehen wirklich sehr viele dieser Tonträger, Plakate, Bilder, Bücher, Notenblätter, Souvenirs darin. Selbst an meinem Arbeitsplatz (im Bundeshaus in Bern) hängt ein Plakat vom ansambel bratov Avsenik! Und all die Tonträger habe ich in einer einzigen Datei mit allen Titeln «en Détail» archiviert, so dass ich sie jederzeit suchen, selektionieren und zuordnen kann.
So kann und konnte ich vielen Fans bei ihrer Suche nach Einzeltitel helfen. Auch Bogner-Records (Karl Bogner resp. René Prasky) beriet ich u.a. bei der Titelauswahl für neue Produktionen. Kurz zurück zu deiner Frage: Ja, so rund 90-95% des Materials besitze ich selber.
«Nun sind deine Arbeiten wohl fertig, denn praktisch alle Mitglieder der Original Oberkrainer sind zwischenzeitlich verstorben?»
Könnte man meinen, aber dem ist nicht so! Klar, die Neuigkeiten nehmen ab, aber immer noch taucht irgendwo wieder etwas auf, von dem bisher niemand Kenntnis hatte. Zudem sind andere slowenische Gruppen auch Bestandteil des Buchs, so insbesondere die Hauskapelle Avsenik und Sašo Avsenik und seine Oberkrainer. Da gilt es nichts zu verpassen und zu integrieren. Ich aktualisiere all meine Buch-Dateien laufend und drucke Bücher nur aus, sobald eine Bestellung vorliegt. So sind die Ausgaben immer tagesaktuell.
«Was kostet eine Chronik? Wo überall kann man diese kaufen?»
Das Buch kostet 50.- Schweizer Franken; hinzu kommen die Versandkosten (EU-Raum: 25.50 Schweizer Franken). Die Chronik kann man ausschliesslich bei mir beziehen, da ich von Slavko Avsenik jun. die Erlaubnis für den Privatverkauf erhalten habe. Eine Grossauflage mit einem Vertrieb über den Handel war von mir auch nie geplant.
«Danke Urs für deine Antworten. Ich halte fest, dass ich dein neustes Werk als unverzichtbar für Sammler und Forscher des volkstümlichen Unterhaltungsmusikgenres halte und schliesse mich gerne den Worten eines sehr bekannten Avsenik-Sammlers an:
«Es ist das Beste auf dem Büchermarkt in deutscher Sprache!»
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Meine E-Mail - Adresse
u-marti@gmx.ch -
Meine Anschrift :
Urs Marti
Schindelackerstr. 38
CH - 3128 Rümligen -
Bei Interesse an diesem Buch , melden Sie sich bitte per E-Mail oder Brief bei mir, ich werde mich so schnell wie möglich bei Ihnen melden. Vielen Dank !
Urs Marti